Prompting

Gute Prompts schreiben

Die meisten schlechten KI-Ergebnisse sind keine Modellprobleme, sondern Aufgabenprobleme.

Die Qualität der Antwort beginnt mit der Qualität der Aufgabe.

Ein Modell kann nur so präzise antworten, wie die Aufgabe gestellt ist.

Schlecht

Schreib mir einen Text über unser Produkt.

Kein Ziel, kein Kontext, kein Format – die KI muss alles erraten.

Besser

Schreibe einen kurzen Verkaufstext über unser Produkt.

Aufgabe und Länge sind erkennbar, Zielgruppe und Nutzen fehlen weiterhin.

Sehr gut

Rolle, Ziel, Kontext, Input, Anforderungen, Einschränkungen, Ausgabeformat und Qualitätskriterien sind benannt.

Die KI muss nichts mehr erfinden – sie setzt eine klar beschriebene Aufgabe um.

Der codeone Prompt-Baukasten

Neun Bausteine – R Z K I A E A Q B. Nicht alle sind immer nötig, aber je wichtiger die Aufgabe, desto mehr davon.

RRolle

Aus welcher Perspektive soll die KI arbeiten?

Du bist Mitarbeiter in der Buchhaltung eines mittelständischen Unternehmens.

ZZiel

Was soll am Ende erreicht sein?

Der Kunde soll die offene Rechnung prüfen, ohne sich unter Druck gesetzt zu fühlen.

KKontext

Welche Umstände sind für das Ergebnis relevant?

Langjähriger Geschäftskunde, erste Erinnerung, vermutlich versehentlich übersehen.

IInput

Welche konkreten Daten liegen vor?

Rechnung 2026-1187, 1.240,00 EUR, fällig am 31.08.2026.

AAnforderungen

Was muss die Antwort enthalten?

Anrede, Hinweis auf Rechnung, Bitte um Prüfung, freundlicher Abschluss.

EEinschränkungen

Was ist ausdrücklich unerwünscht?

Keine rechtlichen Drohungen, keine Mahngebühren, keine aggressive Sprache.

AAusgabeformat

In welcher Form soll das Ergebnis kommen?

E-Mail mit Betreffzeile, maximal 120 Wörter.

QQualitätskriterien

Woran wird ein gutes Ergebnis gemessen?

Professionell, freundlich, wertschätzend, sachlich korrekt.

BBeispiele

Gibt es eine Vorlage oder einen Referenztext?

Formulierung an unserer bisherigen Kundenkommunikation orientieren.

Prompt-Mythos: Muss ein guter Prompt immer lang sein?

Nein.

Nicht möglichst viele Informationen – sondern möglichst relevante Informationen.

Zu wenig Kontext

schlechtes Ergebnis

„Schreibe einen Text über unser Produkt.“

Das Modell erfindet Zielgruppe, Nutzen und Tonalität – meist beliebig.

Relevanter Kontext

gutes Ergebnis

„Schreibe 120 Wörter Landingpage-Text für Fertigungsbetriebe mit 50–200 Mitarbeitenden, Nutzen: 30 % weniger Rüstzeit.“

Wenige, aber entscheidende Angaben lenken das Ergebnis präzise.

Zu viel irrelevanter Kontext

kann Ergebnis verschlechtern

Der komplette Geschäftsbericht als Kontext für einen Social-Media-Post.

Wichtige Vorgaben gehen im Rauschen unter, die Antwort wird unscharf.

Widersprüchliche Anforderungen

unzuverlässiges Ergebnis

„Sehr ausführlich, maximal 30 Wörter, locker, aber streng juristisch.“

Das Modell priorisiert willkürlich – Ergebnisse werden unvorhersehbar.